„Was kostet eine Küche?" lässt sich so wenig pauschal beantworten wie „Was kostet ein Auto?". Die Preislogik dahinter ist aber erklärbar. Wer sie kennt, vergleicht Angebote besser und erkennt versteckte Kosten früh.
Drei Küchen, drei Preise: 9.000 €, 18.000 €, 34.000 €. Alle drei haben Unterschränke, Hochschränke, Backofen, Kochfeld, Kühlschrank und eine Arbeitsplatte. Von außen, im Foto, sind sie kaum zu unterscheiden. Der Preisunterschied steckt fast vollständig in Dingen, die man auf dem Bild nicht sieht — in der Gerätelinie, im Frontmaterial, in den Beschlägen. Genau deshalb führt die Frage nach dem Preis ohne die Frage nach der Ausstattung in die Irre.
Das Wichtigste in Kürze
- Die größten Preistreiber sind Geräte, Fronten und Arbeitsplatte — nicht die Anzahl der Schränke.
- Grobe Orientierung: solide Ausstattung ab ca. 10.000 €, gehobene Mittelklasse 15.000–30.000 €, Premium darüber. Entscheidend ist die Spezifikation, nicht das Etikett.
- Ein echter Festpreis wird nach dem Aufmaß fixiert und enthält alle Positionen — Lieferung, Montage und Anschlussarbeiten inklusive.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
- Geräte (oft 30–40 %): Der größte Einzelblock. Zwischen Einstiegs- und Premiumlinie desselben Herstellers liegen schnell mehrere tausend Euro — bei sehr ähnlicher Alltagsfunktion.
- Fronten & Korpus: Material und Oberfläche entscheiden — Melamin, Lack, Fenix, Echtholz sind verschiedene Preisklassen. Grifflos kostet mehr als Griff.
- Arbeitsplatte: Von Schichtstoff über Quarzkomposit bis Naturstein oder Keramik — der Quadratmeterpreis variiert um den Faktor fünf und mehr.
- Beschläge & Innenausstattung: Dämpfung, Vollauszüge, Innenorganisation — unsichtbar im Showroom, spürbar im Alltag und im Preis.
- Planung, Lieferung, Montage, Anschluss: Dieser Posten fehlt in Lockangeboten oft und kommt später als Nachtrag zurück.
Die Zahl der Schränke fehlt in dieser Liste. Sie ist der Faktor, den die meisten zuerst nennen, und der am wenigsten ausmacht. Eine Küche wird durch die Ausstattung teuer, nicht durch die Größe.
„Vergleichbar ist nur ein Angebot, das alle Posten nennt."
Warum Küchenpreise oft intransparent wirken
Der Küchenhandel arbeitet traditionell mit hohen Listenpreisen und ebenso hohen „Rabatten" — 30, 40, manchmal 50 Prozent. Das macht Vergleiche fast unmöglich: Derselbe Schrank hat je nach Haus einen anderen Listenpreis und einen anderen Rabatt. Die Prozentzahl auf dem Angebot sagt also wenig — entscheidend ist der Endbetrag, und der wird gern erst spät konkret.
Dazu kommen Positionen, die nach Vertragsschluss auftauchen: Anpassungen nach dem Aufmaß, Lieferpauschalen, Anschlussarbeiten, Altgeräte-Entsorgung. Aus „der Küche für 12.900 €" werden so am Ende nicht selten 15.000 €. Nicht aus Betrug, sondern weil das Angebot nie vollständig war.


